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Judith Hopf ist Sport- und Ergotherapeutin und arbeitet in Essen in einer Praxis mit dem Schwerpunkt Pädiatrie und Psychiatrie . Im memole Interview erzählt sie auf welchen Umwegen sie zur Ergotherapie kam und was sie bei MIT HERZ & HOPF 2021 vorhat.

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Im Gastartikel von Stefanie Delz berichtet die erfahrene Logopädin über eine der vielen berührenden Momente, in denen Tiere eine “kommunikative Schlüsselrolle” spielen.

Stefanie Delz ist Logopädin, NF!T & MST Therapeutin und Therapeutin für tiergestützte Therapie. Sie lebt mit ihrer 2013 ausgebildeten Therapiebegleithündin Mara: eine intelligente Pudeldame, in der Nähe von Wismar. Aktuell arbeitet Stefanie im Sozialpädiatrischen Zentrum der Uniklinik Rostock. Sie engagiert sich im Netzwerk Unterstützte Kommunikation Mecklenburg-Vorpommern und im Dysphagie Netzwerk Nord. Stefanie ist trotz zahlreicher Fortbildungen immer bereit Neues zu lernen.

Kann ein Pudel sprechen?

Nein, nicht so wie wir es kennen. Selbst ein nicht ausgebildeter Hund kann eine große Resonanz bei eingeschränkten Menschen hervorrufen. Als ich mit meiner jungen Pudel Hündin die Ausbildung zur tiergestützten Therapie begonnen hatte, durfte Sie mich bereits begleiten. Wir waren in einer geriatrischen Einrichtung (Alten- und Pflegeheim). Dort sprach mich eine Mitarbeiterin an, ob ich mir mal Ihren Vater ansehen könnte. Sie war sehr besorgt um Ihn, denn er war erst seit kurzem dort und sprach mit niemanden. Auch die Tochter fand keinen Kontakt mehr zu ihm und war sehr traurig.

Ein hoffnungsloser Fall

Also ging ich zu ihm. Er lag im Bett und auch ich konnte ihn nicht „erreichen“. Weder durch das Suchen des Blickkontaktes, durch Ansprache und Singen noch durch vorsichtigen Körperkontakt. Es war als wäre er in seiner eigenen Welt „gefangen“. Ich versprach der Tochter noch einmal wiederzukommen. Dann brachte ich Mara mit.

Mara nimmt Kontakt auf

Hr. M. saß an der Bettkante und starrte reglos auf das Frühstückstablett vor ihm. Ich setzte mich zu ihm und begrüßte ihn. Wie erwartet erhielt ich keine Reaktion. Nach einiger Zeit realisierte er die Anwesenheit des Hundes. Er streichelte schweigend den Kopf von Mara. Ihr weiches, lockiges Fell zauberte ihm ein Lächeln ins Gesicht. Dann sah ich, wie sein Blick das unberührte Marmeladenbrot fixierte. Nun gab es zwei Möglichkeiten. Er würde beginnen zu frühstücken oder, was ich ahnte, dem Hund das Marmeladenbrot geben. Ich sprach ihn an, und sagte, dass das Marmeladenbrot gut für ihn, aber nicht für den Hund sei. Darauf hin schaute der Herr mich das erste Mal wirklich an. Ich sagte, das es etwas geben würde bei seinen Frühstückssachen das sich besser eignen würde. Darauf suchte er das Tablett ab und sein Blick blieb an einer Banane hängen. Ich bestätigte ihm, dass dies in Ordnung wäre. Er nahm die Banane, schälte Sie eigenständig und brach für den Hund ein Stückchen ab. Mara nahm dies brav und vorsichtig an. Für mich eigentlich unerwartet, denn mein Hund mag Bananen sonst nicht. Aber alle schienen zufrieden. Nach einer Weile verabschiedeten wir uns von Hr. M. und ich berichtete der Tochter von dem positiven Treffen. Sie freute sich darüber und bat mich wiederzukommen. Ergebnis offen sagte ich zu. In der darauffolgenden Woche berichtete die Tochter mir, das ihr Vater friedlich verstorben war.

Warum tiergestützten Therapie deine Therapieergebnisse verbessert

Dieses Erlebnis bestätigte meine Entscheidung zur tiergestützten Therapie. Mittlerweile ist Mara eine erfahrene Co-Therapeutin und hat nicht nur geriatrischen, sondern auch zahlreichen Kindern in der interdisziplinären Frühförderung Mut gemacht und Ihnen eine Brücke in die Kommunikation gebaut.
Wir haben 2013 die Therapiehundeausbildung erfolgreich absolviert und sind ein eingespieltes Team. Zusammen haben wir viele schöne und bewegende Momente mit großen und kleinen Patienten erlebt.

Große Unterschiede zwischen den Ausbildungen

Vielen Kolleg*innen ist die feine, aber wichtige Unterscheidung von tiergestützter Therapie, tiergestützter Pädagogik und tiergestützter Intervention nicht bewusst. Dadurch können Missverständnisse auch gegenüber Ärzt*innen, Patien*innen und Kostenträgern entstehen.

Deine Meinung ist gefragt, liebe memole Leser*in!

Wir überlegen einen Onlinekurs über eben die Differenzierung zu produzieren. Du lernst darin:
– Den Unterschied zwischen tiergestützter Therapie, tiergestützter Pädagogik und tiergestützter Intervention kennen
– Welche Tiere sich für welchen (Therapie)bereich eignen.
– Was die Voraussetzungen bei Mensch und Tier für eine Ausbildung in tiergestützter Therapie/ tiergestützter Pädagogik/ tiergestützter Intervention sind.
– Welche positiven Effekte eine Begleitung durch ein Tier in der Therapie haben kann.

Bitte nimm dir kurz für unsere Mini-Umfrage mit 4 Fragen Zeit. Vielen herzlichen Dank! (Die Frist ist abgelaufen.)

Was sind eigentlich Sketchnotes?

Gastautorin Anne Knetsch ist Klinische Linguistin aus Gießen. Sie behandelt vorwiegend neurologische Patienten und war schon immer gerne kreativ. Vor 1,5 Jahren hat sie das Thema “Sketchnoting” für sich entdeckt. Für memole hat Anne bereits für zwei Kurse hilf- und lehrreiche visuelle Zusammenfassungen erstellt.

Möchtest du Anne für eine Zusammenarbeit kontaktieren sie gerne per Mail.

 

Am besten kann man das wohl aus dem Wort ableiten. Es handelt sich dabei um eine Verbindung aus Schrift (notes) und Zeichnung bzw. Skizze (sketch). Im Deutschen wird auch manchmal die Bezeichnung “visuelle Notizen” verwendet. Sketchnotes werden in unterschiedlichen Kontexten genutzt; z. B. zur Verbildlichung von Meetings, Vorträgen, Präsentationen und Fortbildungen, aber auch zum Brainstorming oder privat zum Festhalten von Reiseerinnerungen. Eine Sketchnote kann zum einen live, also zum Beispiel direkt während eines Vortrags, angefertigt werden. Dann spricht man meist von einem “Graphic Record”, also einer “grafischen Aufzeichnung”. In diesem Artikel soll es jedoch heute um Sketchnotes gehen, die nicht live angefertigt werden.

Wie funktioniert erinnern?

Dazu lohnt es sich, zunächst die Arbeitsweise des Gedächtnisses genauer anzuschauen. Da Informationen im Kurzzeitgedächtnis (KZG) nur ca. 30 Sekunden gespeichert werden können, müssen diese, damit man sie später erinnern kann, notwendigerweise in das Langzeitgedächtnis (LZG) übertragen werden. Dabei gilt, dass nur bei guter Speicherung ein akkurater Abruf gelingt. Das reine Wiederholen des Stoffes bewirkt dabei häufig keine stark verbesserte Speicherung der Inhalte im LZG. Besser geeignet scheint eine Verarbeitung mit Einbezug der Bedeutung. Bei dieser Art der Wiederholung werden die Inhalte mit anderen Gedächtnisinhalten verknüpft und auf diese Weise fester im Gedächtnis verankert. Je mehr Bezüge und Verbindungen zu schon vorhandenem Wissen gebildet werden können, desto besser gelingt die Speicherung, und damit auch der Abruf. Es werden dauerhaftere und leichter abrufbare Gedächtnisspuren hinterlassen.

Die aktive Auseinandersetzung mit den Lerninhalten

Eine aktive Auseinandersetzung mit dem zu lernenden Stoff und die Verknüpfung mit schon bestehendem Vorwissen ist demnach unerlässlich für eine gute Verankerung und einen schnellen Abruf der Inhalte im Langzeitgedächtnis. Dies passiert während der Erstellung einer Sketchnote automatisch. Man versucht zunächst, die jeweiligen Inhalte zu visualisieren. Dabei beschränkt man sich auf die für das Verständnis wichtigsten Hauptpunkte. Anschließend versucht man, die Punkte zu strukturieren. Durch die räumliche Anordnung und die Verbindung zwischen Punkten auf dem Blatt kann man Beziehungen zwischen Ihnen verdeutlichen und Zugehörigkeit ausdrücken. Diese erkennt man häufig auf den ersten Blick. Ein komplexes Thema kann oft gar nicht linear ausgedrückt werden. Dabei gehen viele Zusammenhänge verloren, die mit Hilfe der räumlichen Aufteilung einer Sketchnote besser dargestellt werden können. Da jeder Mensch aufgrund seiner Vorerfahrungen andere Prioritäten setzt, werden fünf unterschiedliche Menschen wahrscheinlich fünf unterschiedliche Sketchnotes zum gleichen Thema anfertigen. Auch die Bildsprache wird sich von Person zu Person unterscheiden. Ich sehe das auch als eine Stärke von Sketchnotes. Jeder kann die für sich beste Ausgestaltung wählen. Das Ziel ist es schließlich, die Inhalte für sich selbst verständlicher zu machen um sich später besser daran erinnern zu können.

Was sind die Vorteile der Arbeit mit Bildern und Text?

Eine aktive Auseinandersetzung mit einem Thema, ist natürlich kein Alleinstellungsmerkmal des Sketchnoting. Was also sind die Vorteile der Arbeit mit Bildern UND Text? Bei der Verarbeitung von Bildern auf der einen und Worten auf der anderen Seite nutzt das Gehirn unterschiedliche Repräsentationen in unterschiedlichen Hirnarealen. Das wird auch als “Dual-Coding-Theory” (Theorie der dualen Kodierung) bezeichnet. Es wurde in Untersuchungen festgestellt, dass Menschen bessere Gedächtnisleistungen erbringen, wenn Infos sowohl schriftlich als auch bildlich angeboten werden, also zwei unterschiedliche Kanäle benutzt werden. Eine doppelte Präsentation in zwei unterschiedlichen Modalitäten vereinfacht dadurch später den Abruf deutlich.

Der Picture Superiority Effect

Die Theorie des “Picture Superiority Effect” geht davon aus, dass Bilder bei der Informationsaufnahme im Vergleich mit Schrift im Vorteil sind. Wenn Menschen mit Bildern von (konkreten) Begriffen konfrontiert werden, wird automatisch auch die Bezeichnung aktiviert.

Best Practice für Komplexes

All diese Punkte veranschaulichen sehr deutlich, dass Sketchnotes eine passende Methode zum Lernen, Merken und Erinnern darstellen. Sie können aber auch eingesetzt werden, um Themen für sich selbst zu erschließen oder zu verstehen. Sketchnotes machen viele Dinge erst greifbar, dadurch dass man sie aus seinem Kopf auf das Papier bringt. Die Gedanken werden strukturiert und man verschafft sich einen Überblick über das Thema. Auch komplexe Themen können so übersichtlich visualisiert werden. Vielleicht sieht man das Thema aus einer anderen Perspektive und kann es auf ganz andere Weise verstehen. Nicht zuletzt sind sie daher ebenso empfehlenswert, um Gedanken zu reflektieren und können helfen, Entscheidungen in Bezug auf ein bestimmtes Thema zu treffen.

Empfehlenswerte Bücher zum Thema*

• Brandy Agerback – “The Idea Shapers. The power of putting your thinking into your own hands.”
• Nadine Roßa – “Sketchnote in der Schule. Unterrichtsinhalte leicht darstellen und merken.”
• Anja Weiss – “Sketchnotes & Graphic Recording. Eine Anleitung.”
• Tanja Wehr – “Die Sketchnote Starthilfe.” und “Die Sketchnote Starthilfe. Neue Bilderwelten.”

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Artikel zum Thema „Urlaub“ – 2. Teil

In meinem ersten Beitrag vom konnte ich bereits einige Fragen rund um das Thema „Urlaub“ beantworten. In diesem Beitrag möchte ich unter anderem darauf eingehen, welche Regeln bei Schwangerschaft, Mutterschutz oder Elternzeit bestehen und wie mit Resturlaubsanspruch umgegangen wird, wenn das Arbeitsverhältnis endet.

Gastautorin Rechtsanwältin Nadine Seidel ist erfahrene Expertin für das Thema Urlaubsrecht für Therapeuten aus Berlin.

1. Haben Schwangerschaft und Mutterschutz Einfluss auf den Urlaubsanspruch?

Der Urlaubsanspruch wird durch Zeiten der Schwangerschaft oder des Mutterschutzes nicht berührt. Das bedeutet, dass deinen Mitarbeiterinnen auch für diese Zeiträume Urlaubsansprüche entstehen.

Die Urlaubsansprüche verfallen aber nicht – wie sonst üblich – am Ende des jeweiligen Kalenderjahres. Nach Ende des Mutterschutzes können deine Mitarbeiterinnen gemäß § 24 Mutterschutzgesetz (MuSchG) ihre vor und während des Mutterschutzes entstandenen Urlaubsansprüche entweder im laufenden oder nächsten Kalenderjahr in Anspruch nehmen. Besonderheiten ergeben sich, wenn sich an den Mutterschutz die Elternzeit anschließt.

 

Fallbeispiele

Deine Mitarbeiterin hatte vor Beginn des Mutterschutzes noch 5 Urlaubstage. Der Mutterschutz beginnt am 22. Juli 2019. Ihr Kind kommt am 9. September 2019 zur Welt. Endete der Mutterschutz nach acht Wochen am 4. November 2019, muss deine Mitarbeiterin ab dem 5. November 2019 wieder arbeiten Der vor und während des Mutterschutzes entstandene Urlaub kann dann noch in der Zeit vom 5. November 2019 bis zum 31. Dezember 2020 beansprucht werden.
Nimmt deine Mitarbeiterin im vorstehenden Fallbeispiel Elternzeit in der Zeit vom 9. September 2019 bis einschließlich zum 8. September 2020, kann sie die vor und während des Mutterschutzes entstandenen Urlaubsansprüche in der Zeit vom 9. September 2020 bis zum 31. Dezember 2021 in Anspruch nehmen.

2. Entsteht auch während der Elternzeit ein Urlaubsanspruch?

Auch während der Elternzeit entsteht deinen Mitarbeiterinnen ein Urlaubsanspruch. Das bedeutet, dass deine Mitarbeiterinnen für diese Zeit Urlaubstage ansammeln und nach dem Ende der Elternzeit im laufenden oder folgenden Kalenderjahr in Anspruch nehmen können.

Der Arbeitgeber ist aber gemäß § 17 Abs. 1 Gesetz zum Elterngeld und zur Elternzeit (BEEG) berechtigt, den Urlaubsanspruch für jeden vollen Kalendermonat der Elternzeit in Vollzeit um ein Zwölftel des Jahresurlaubsanspruchs zu kürzen.

 

Fallbeispiele

Deine Mitarbeiterin hat einen jährlichen Urlaubsanspruch von 24 Tagen. In der Zeit vom 1. November 2019 bis zum 31. August 2020 (10 Monate) nimmt sie Elternzeit. Für diesen Zeitraum entsteht ihr grundsätzlich ein Urlaubsanspruch von 20 Tagen, der aber vom Arbeitgeber vollständig gekürzt werden kann.
Besteht die Elternzeit vom 5. November 2019 bis zum 4. August 2020, kann der Urlaub nur für die Monate Dezember 2019 bis Juli 2019 gekürzt werden. Für die Monate November 2019 und August 2020 gibt es keine Kürzungsmöglichkeit, weil in diesen Monaten die Elternzeit nicht für den vollen Monat besteht.

Um den Urlaubsanspruch wirksam kürzen zu können, musst du dies deinen Mitarbeiterinnen (vorsorglich schriftlich) mitteilen. Die Erklärung kann vor, während oder auch nach der Elternzeit erfolgen. Wird das Arbeitsverhältnis direkt im Anschluss an die Elternzeit beendet und erfolgt keine Erklärung zur Kürzung des während der Elternzeit entstandenen Urlaubsanspruchs, steht deinen Mitarbeiterinnen ggf. ein Anspruch auf finanzielle Abgeltung der Urlaubstage zu.

 

3. Kannst du die Urlaubsansprüche auch während der Elternzeit in Teilzeit kürzen?

Arbeiten deine Mitarbeiterinnen während der Elternzeit in Teilzeit, können die in dieser Zeit entstandenen Urlaubsansprüche nicht gekürzt werden. Wie viele Urlaubstage in der Elternteilzeit tatsächlich entstehen, richtet sich danach, an wie vielen Tagen pro Woche deine Mitarbeiterinnen arbeiten (vgl. Ausführungen in meinem Beitrag unter Punkt 1).

4. Was passiert mit dem Urlaubsanspruch bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses?

Wieviel Resturlaub deine Mitarbeiterinnen bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses noch haben, hängt zunächst davon ab, zu welchem Zeitpunkt im Jahr das Arbeitsverhältnis endet.

Endet das Arbeitsverhältnis vor dem bzw. mit Ablauf des 30. Juni, entsteht der Urlaubsanspruch für das Kalenderjahr nur anteilig bis zum Beendigungstag.
Dagegen haben deine Mitarbeiterinnen Anspruch auf den vollen Jahresurlaub, wenn das Arbeitsverhältnis zwischen dem 1. Juli und dem 31. Dezember endet.

Kann der Resturlaub aus dringenden betrieblichen Gründen oder wegen vorrangiger (z. B. weil schon genehmigter) Urlaubswünsche anderer Mitarbeiterinnen vor der Beendigung nicht gewährt werden, ist er auszuzahlen. Für die Berechnung der Urlaubsabgeltung kannst du für eine Mitarbeiterin mit einer 5-Tage-Woche folgende Berechnungsformel anwenden:

Urlaubsabgeltung = Bruttogehalt für 13 Wochen / 65 Arbeitstage x Resturlaubstage

Das Bruttogehalt für 13 Wochen entspricht dem Gehalt für ein Quartal, insgesamt also drei Bruttomonatsgehälter. Arbeitet deine Mitarbeiterin in einer 6-Tage-Woche oder an weniger als 5 Tagen in der Woche, ist die Berechnungsformel hinsichtlich der Anzahl der Arbeitstage wie folgt anzupassen:

  • 6-Tage-Woche: Quartalsgehalt / 78 Arbeitstage x Resturlaubstage,
  • 4-Tage-Woche: Quartalsgehalt / 52 Arbeitstage x Resturlaubstage,
  • 3-Tage-Woche: Quartalsgehalt / 39 Arbeitstage x Resturlaubstage,
  • 2-Tage-Woche: Quartalsgehalt / 26 Arbeitstage x Resturlaubstage.

 

Fallbeispiele

Deine Mitarbeiterin erhält für ihre Tätigkeit in einer 5-Tage-Woche ein Bruttomonatsgehalt in Höhe von 3.300 € und sie hat bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses noch 13 Urlaubstage. Die Urlaubsabgeltung beträgt:

(3 x 3.300 €) / 65 Arbeitstage x 13 = 1.979,99 €

Im Gegensatz zum vorigen Fallbeispiel arbeitet deine Mitarbeiterin in einer 4-Tage-Woche. Die Urlaubsabgeltung wird dann wie folgt berechnet:

(3 x 3.300 €) / 52 Arbeitstage x 13 = 2.474,99 €

 

 

Gastautorin bei memole ist Rechtsanwältin Nadine Seidel, Fachanwältin für Arbeitsrecht in Berlin. Du erreichst sie:

Frau Nadine Seidel
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Steinkühler – Kanzlei für Arbeits- und Gesellschaftsrecht
Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB
Schillerstraße 3
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Tel: (030) 31 80 59 40
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