„Du musst für Deine Praxiseröffnung Anzeigen im Internet schalten.“

Liebst Du auch solche Sätze, die Dir keine Freiheit bei der Entscheidung zugestehen? Doch nach dem griechischen Dichter Äsop hat bekanntlich jede Wahrheit zwei Seiten. So müsste es auch einen Weg geben, der ohne das Schalten von Anzeigen zum Ziel führen könnte? Lasst uns auf Spurensuche gehen.

Phase 1 nach der Praxiseröffnung wird oft getragen vom eigenen Netzwerk aus Freunden, Familien und persönlichen Kontakten. Also Hoffnungs-Marketing oder auch „Marketing by hope“ genannt. Denn der Praxisinhaber baut darauf, dass bei seinen Kontakten jemand dabei ist, der potentiell Patient seiner Praxis wird. Gut, entschuldigend muss man zugestehen, dass der Start eines Praxisbetriebes viel Aufwand (Geld & Zeit) erfordert und man dabei nur schwer „nebenbei“ die eigene Marketingstrategie erarbeiten und umsetzen kann. So ist es nachvollziehbar, dass man lieber auf die Kraft des eigenen Netzwerkes setzt, das einem ausreichend Umsatz „automatisch heran spült“.

Aber es kommt noch „dicker“. Denn in der Phase der Aufnahme des Praxisbetriebes wird dem Inhaber zwangsweise der neue „Hut“ übergestülpt! Von diesem hat er/sie in der Fachausbildung des Gesundheitsberufes vielleicht nur am Rande etwas mitbekommen. Ich spreche von „Marketing & Verkaufen“! Also fremde Menschen dafür begeistern, dass man der richtige Dienstleister ist und für diesen Einsatz ein Entgelt fordert. Und so geht es in einem Marketingkonzept plötzlich um Sachverhalte wie das Herausarbeiten des Leistungsangebotes (aus der Sicht des Kunden wohlgemerkt!), der Herleitung eines Wunschkunden-Profils (wen will ich überhaupt in meiner Praxis behandeln?) oder der ansprechenden Darstellung eines Inhaber-Portraits (eine sogenannte „Über mich“-Seite). Dies alles fühlt sich am Anfang wie eine Erstbesteigung des Himalaya an. Also „Ärmel hochkrempeln“, dies alles verstehen und sofort anwenden? Da scheint der Griff nach besagten Anzeigen doch die leichtere Wahl zu sein, wenn man etwas gegen den Rückgang der Klientenzahl unternehmen muss. 1:0 für die Online-Anzeigen!

Was sind Online-Anzeigen für Therapiepraxen?

Online-Anzeigen sind klassischer Weise der Eintrag in Online-Verzeichnisse des Berufsverbandes, Städteportale oder Auskunftsseiten. Zu unterschiedlichsten Preismodellen kann man dort Texte, Bilder und Logo einschließlich den Kontaktdaten hinterlegen. Störend dabei sind die leider oft sehr langen Vertragslaufzeiten, durch die man an die Angebote gebunden ist. Doch hilft ein solcher Eintrag bei der Gewinnung neuer Klienten? Sicher, man ist mit den Kontaktdaten und einem Profil der Praxis in einem Verzeichnis geführt. Man könnte es aber auch liebevoll als „Adressengrab“ bezeichnen. Sucht jemand darin, so hofft man wohl, dass die Daten der eigenen Praxis so ansprechend sind, dass der Suchende sich sofort für einen Termin meldet. Das passt, wenn man sich hierzu kostenfrei in solche Listen eintragen kann (wie bspw. bei 11880.com). Aber der Nutzen eines kostenpflichtigen Eintrages sollte stets kritisch hinterfragt werden. Zumal dieses Geld dann nicht mehr für andere Marketingmaßnahmen zur Verfügung steht.

Anzeigen sind darüber hinaus im Einsatz als direkte Werbung auf ein Produkt oder eine Dienstleistung: hier fallen Namen wie Google Adwords oder Facebook Ads. Spannend ist übrigens auch die Möglichkeit, im eigenen Google My Business Account eine Anzeige zu schalten. Der faszinierende Vorteil bei allen Lösungen: Du kannst eine solche Anzeige fast „punktgenau“ auf Deinen anvisierten Kundenkreis einstellen. Es ist unglaublich, wie viele Detailinformationen hier dem Werbetreibenden zur Verfügung stehen. Aber: eine Anzeige erfordert für eine nachhaltige Wirkung i.d.R. eine längere Laufzeit, sodass Du hier auch ein entsprechendes Budget benötigen. Und sicher ist das Hinzuziehen eines Beraters ratsam, da die Einrichtung einer Anzeige in der erforderlichen Software doch nicht so ganz selbst sprechend ist.

Das gute „Aufsetzen“ einer Anzeigenkampagne ist eine Seite der Aufgabe: Ansprechende Texte, passende Schriftgrößen und -farben, klare Bildsprache. Dann eine optimal eingestellte Zielgruppenauswahl in den Voreinstellungen der Anzeige, damit die Anzeige nur bei Deinen Wunschkunden/Wunschpatienten zu sehen ist. Die andere Seite der zu bewältigenden Aufgabe: wenn die Anzeige den Besucher „eingefangen“ hat, wird er idealerweise auf eine vorbereitete Webseite geführt, die nur aus einer einzigen Seite besteht. Diese nennt sich dann Landingpage und soll den Besucher von oben nach unten zur Bestellung des vorgestellten Produktes oder der Dienstleistung führen. Auch hier gilt es einige Punkte zu beachten – und so manche Anzeigenkampagne ist auch schon an dieser Stelle ins Leere gelaufen. So brachte die Anzeige beispielsweise viele Klicks und führte die Besucher auf die Landingpage: dort angekommen wurden aber keine Bestellungen ausgeführt. Da ist dann Ursachenforschung angesagt: wurde der Besucher nicht richtig für den Bestellprozess animiert oder war die ausführliche Leistungsbeschreibung vom beworbenen Produkt oder Dienstleistung nicht ansprechend genug?

Ein Zwischenfazit:

Online-Anzeigen können in bestimmter Ausprägung den Erfolg einer Marketing-Maßnahme fördern oder unterstützen. Es erfordert Budget und Erfahrung – beide sind dabei nicht zu unterschätzen.

Anzeigen – da kann man doch auch Einkaufswagen-Werbung machen, werde ich oft von meinen Kunden gefragt. Ja, aber. Da ist die sehr lange Laufzeit der Verträge und die doch relativ hohe monatliche Belastung (wohlgemerkt: für Deine anderen Marketingaktionen bleibt dann weniger Geld aus dem Jahresbudget zur Verfügung). Ebenso muss kritisch hinterfragt werden, ob die Werbung von den Wunschkunden überhaupt gesehen wird. Stichwort „Streuverluste“. Letztlich ist da noch die mangelnde Erfolgskontrolle: wie viele Personen haben die Werbung gesehen, wie viele haben die Website besucht und wie viele haben wirklich aufgrund dieser Anzeige sich bei Dir in der Praxis gemeldet. Schwierig.

Doch da war ja noch die andere Seite der Medaille.

Welche Möglichkeiten hat der Praxisinhaber, sich ohne den Einsatz von bezahlten Anzeigen im Internet bekannt zu machen?

Dreh- und Angelpunkt aller Marketing-Maßnahmen sollte immer die eigene Website sein. Mit Hilfe von Online-Baukästen wie Jimdo.de oder wix.com lassen sich auf Basis von Standardvorlagen attraktive „Homepages“ für die Praxis erstellen. Ob Du diesen Aufbau selbst gestalten oder dir von einem Profi helfen lassen: das spätere Pflegen mit dem Veröffentlichen von Texten und Bildern kannst Du  auf alle Fälle selbst übernehmen. Auf eine Website gehört neben dem Vorstellen des Behandlungsspektrums, dem Praxisprofil, der Vorstellung des Praxisinhabers und den Kontaktdaten sowie Impressum & Datenschutz insbesondere auch Mehrwert-Artikel für die Besucher. Denn diese sind im Internet auf der Suche nach Antworten auf ihre Fragen – und da wäre es doch zielführend, wenn diese genau auf Deiner Website einen erklärenden Artikel dazu finden. Dann besteht die Chance, dass der Besucher auf der Internetpräsenz verbleibt und sich nach den konkreten Angeboten umsieht: voilà – vielleicht schon ein potentieller Patient? Du weißt gerade nicht, welchen Fragen Deine Patienten/Klienten stellen könnten: dann „spiel“ mal mit dem W-Fragen Tool und hole Dir dort Inspiration. Unterschätze auch nicht die „Kraft“ Deines eigenen Blogs auf der Website. Nach aktuellen Nutzeranalysen wird der Besuch von Blogs immer beliebter bei den Surfern!

Google My Business-Account

Ein eigener Google My Business-Account ist eine weitere Möglichkeit, potentielle Patienten auf sich aufmerksam zu machen. Das Angebot von Google ist kostenfrei und lässt sich recht einfach bedienen. Du kannst Daten zu Deiner Praxis hinterlegen und mit Fotos anreichern. Auch ist das Veröffentlichen von News für eine kurze Laufzeit möglich. Positiv ist die automatische Erinnerung von Google, dass der Beitrag abläuft und Du wieder einen neuen Text live schalten solltest.

Und dann bist Du doch auch auf Facebook und/oder Instagram? Nur privat, höre ich da recht häufig von Praxisinhabern. Und richtig, wenn ich das jeweilige Profil meines Geprächspartners anschaue, lächeln mir da recht oft anstelle eines Profilbildes vielmehr Katzen, Hunde, Pferde und andere Motive entgegen. Doch warum sich diese großartige Chance entgehen lassen, auf den Social Media Kanälen mit dem eigenen beruflichen Profil (auf Facebook dann zusätzlich mit einer Fanpage) präsent und „sichtbar“ zu sein? Es sind unzählige Menschen dort täglich aktiv – warum „stellst Du dich nicht dazu“? Dein Wettbewerb ist dort (und Du kannst von ihm lernen), Du kannst dich in Diskussionen als Experte profilieren, Du kannst mit hochwertigen Mehrwertartikeln Deine Wunschkunden für dich begeistern – und noch viele Möglichkeiten mehr.

Denke auch an Gastartikel!

Du kannst in deinem Netzwerk einen Artikel anbieten – auch freuen sich Online-Zeitschriften (kleine Werbung sei gestattet: schauen Sie sich doch mein Netzwerk Grünkraft hierzu näher an. Der Vorteil: Du bist neben Deiner „Homepage“ auch auf einer anderen Website im Internet aktiv und sichtbar! Deine Wunschkunden kommen so nicht mehr an Dir vorbei.

Spurensuche erfolgreich! Ich wollte Dir aufzeigen, dass der Einsatz von Online-Anzeigen nicht „alternativlos“ ist. Durch ein aktives Online-Marketing hast du viele Möglichkeiten, auch ohne den Einsatz von bezahlten Werbeflächen auf sich aufmerksam zu machen. So bist Du bist „Chef“ Deiner Marketingmaßnahmen und bestimmen selbst Deinen Kurs. Und wenn Du dich dann nach einem richtig guten Blogartikel über Klickzahlen in Deiner Statistik sowie Anfragen für Beratungstermine erhälst, dann ist das ein „verdammt gutes Gefühl“!

Ich wünsche Dir viel Neugierde und Freude beim Einsetzen Deiner Marketinginstrumente und wahre Erfüllung in der Arbeit mit Deinen Pateinten und Klienten.

 

Die ist ein Gastartikel von Andreas Paersch

Andreas ist selbstständiger Marketingberater und unterstützt insbesondere Selbstständige aus den heilenden Berufen (Therapeuten, Heilpraktiker, Ernährungsberater,…) auf dem Weg zu einer nachhaltig erfolgreichen Selbstvermarktung. Er hält Webinare und ist als freier Dozent für Online-Marketing auch an Gesundheitsschulen tätig. Er ist DEKRA zert. Fachkraft für den Datenschutz.

Gastbeitrag von Ingrid Yeboah

 

Die Einführung der Europäischen Datenschutzgrundverordnung oder auch EU-DS-GVO oder DS-GVO sorgt seit ihrer Einführung am 29.05.2018 für viel Aufruhr, Unsicherheiten und ja auch ein wenig Resignation. Dieser Beitrag soll einen kleinen Einblick über die Bedeutung, die erforderlichen Schutzmaßnahmen und Tipps für die Inhaber von Therapiepraxen geben.

Um überhaupt zu verstehen, warum es den Datenschutz gibt, muss erläutert werden, dass dieser auf das Recht der informationellen Selbstbestimmung, als Ausfluss des Persönlichkeitsrechts im Grundgesetz (Art. 2 Absatz 1 und Art. 1 Grundgesetz) zurückzuführen ist. Danach soll jeder Einzelne selbst über die Benutzung und Verarbeitung seiner Daten bestimmen können. Allerdings fällt die Kontrolle im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung in einer von uns befindlichen Informationsgesellschaft zunehmend schwerer. Mit dem Regelungswerk des Datenschutzrechts soll dem Einzelnen ein rechtliches Instrument an die Hand gegeben werden, um die Verwendung der Daten nicht über Gebühr zu beanspruchen.
Daher gilt im Datenschutzrecht der Grundsatz, dass eine Verarbeitung personenbezogener Daten verboten ist, es sei denn die Verarbeitung beruht auf einer Einwilligung oder Norm. Die wesentlichen Vorschriften, die eine Verarbeitung begründen, sind hauptsächlich in Art. 6 der DS-GVO geregelt.
Der Grundsatz der Transparenz verlangt von dem Verantwortlichen, also dem Praxisinhaber *in, die Verarbeitung personenbezogener Daten des Betroffenen bzw. der Patienten “präzise, leicht zugänglich und verständlich sowie in klarer und einfacher Sprache” darzulegen. Übersetzt bedeutet dies, dass jeder Verantwortliche dem Betroffenen so genau wie möglich über die einzelnen Prozesse innerhalb der Verarbeitung aufklären soll. Die Aufklärungspflicht beginnt mit der Kategorie der Patientendaten (Name, Geburtsdatum, Telefonnummer etc.) und endet mit der Information über das Recht, die der Betroffene im Zuge seiner Datenverarbeitung hat und geltend machen kann (z.B. Auskunftsanspruch, Widerruf der Datenverarbeitung etc.)

Des Weiteren muss jede Verarbeitung personenbezogener Daten einem Zweck dienen, der rechtmäßig und nicht unerheblich ist. Der Zweck sollte vor Beginn klar definiert und auch gegenüber dem Betroffenen kommuniziert werden. Das ist bei einer Praxis für Logopädie /Ergotherapie/ Physiotherapie der Fall, wenn der Patient*in behandelt werden möchte. Ohne mindestens den Namen des Patient*in zu kennen, kann natürlich keine Therapie begonnen werden. Liegt der Zweck nicht mehr vor, sind auch die Daten zu löschen. Damit zusammen hängt auch der Grundsatz der Datenminimierung. Dadurch soll die Verarbeitung der Daten auf das Mindestmaß reduziert werden. Somit werden keine Daten “in Anspruch” genommen, wenn kein Zweck vorliegt, was zu einer Minimierung und angemessenen Datenverarbeitung führt.

Praxistipp: Kontrollieren noch mal den Anmeldebogen in deiner Praxis, ob wirklich alle erhobenen Daten nötig sind, oder eventuell Fragen gestrichen werden können.

Selbstverständlich müssen personenbezogene Daten richtig und aktuell sein. Zum einem bedeutet das, dass die Daten ihrem Verarbeitungszweck entsprechend richtig und vollständig sein müssen. Zum anderem heißt das aber auch, dass sie auf dem aktuellen Stand zu halten sind. Als Verantwortliche musst Du demnach selbst Maßnahmen schaffen, dass die Daten der Patienten stets richtig sind. Ändert ein Patient seinen Namen oder Wohnsitz, so sind die Daten zu korrigieren und aktualisieren.
Die Löschung der Daten ist ein Kernpunkt des Grundsatzes der Speicherbegrenzung. Sobald der Zweck der Verarbeitung entfällt, bzw. unrichtige/ nicht aktuelle Daten vorliegen, sind diese zu löschen.
Nicht zuletzt bedarf es einer sorgfältigen und sicheren Verarbeitung der Daten. Sowohl sollte der Zugriff vor Unberechtigten geschützt werden als auch ein Verlust sowie eine Schädigung/Zerstörung vermieden werden.
Praxistipp: erstellst du regelmäßig Sicherungen der Daten auf deinem Praxisrechner? Hast du sie schon einmal auf Vollständigkeit geprüft? Für Papier-Daten: Gibt es eine Kopie?

Die Umsetzung bzw. Befolgung der zuvor genannten Datenschutzgrundsätze müssen nachgewiesen werden (Rechenschaftspflicht). Es ist daher von großer Bedeutung, dass Du alle datenschutzrechtlichen Maßnahmen ausführlich dokumentierst.

Praxistipp: Dazu ist es ausreichend, wenn man sein Verzeichnis für Verarbeitungstätigkeiten sorgfältig führt. Sich vielleicht ein individuelles Datenschutzmanagementsystem erstellt, also eigene interne Richtlinien schafft, die im Rahmen der Umsetzung einzuhalten sind. Jede Änderung/ Löschung/ neue Maßnahme festhält. Man muss sich vorstellen, dass die Aufsichtsbehörde an den Praxisinhaber herantreten könnte mit der Bitte nachzuweisen, dass die Grundsätze eingehalten werden. Wenn man also jeden dieser Schritte, in einem zumutbaren Umfang festhält, sollte das als Nachweis ausreichen.

Aus den Grundsätzen lassen sich auch die durchzuführenden Maßnahmen und/oder Pflichten ableiten.
So dient die Datenschutzerklärung bzw. Patienteninformation dem Grundsatz der Aufklärungspflicht, in der dann die Kategorien der Daten, Zweck, die Speicherdauer und die Rechtsgrundlage der Verarbeitung festgehalten werden.
Mit den technischen und organisatorischen Maßnahmen wird sichergestellt, dass Unbefugten der Zugriff verwehrt wird bzw. personenbezogenen Daten unbeschädigt/ unversehrt bleiben.
Das Führen eines Verzeichnis für Verarbeitungstätigkeiten schafft die erforderliche Übersicht, dient der Transparenz und verhilft dem Praxisinhaber Risiken oder auch Hürden der Verarbeitungstätigkeiten zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Wie eben schon dargetan gilt als Verantwortlicher der/die PraxisinhaberIn. Jeder Verstoß gegen die Grundsätze ist auf den Verantwortlichen zurückzuführen. Daher sollte die Einhaltung des Datenschutzrechtes ernst genommen werden und stiefmütterlich festgehalten werden, damit der Rechenschaftspflicht nachgekommen werden kann.

Welche Maßnahmen nun für den einzelnen zu treffen sind, kann nicht einheitlich bestimmt werden. Aber um die eigene Praxis datenschutzkonform zu machen, empfiehlt es sich zu Beginn einen Status Quo festzuhalten.
Wo werden welche Daten, zu welchem Zweck wie lange gespeichert und warum?
Das fängt bei der Karteikarte der Patienten an und hört womöglich im Computersystem auf.
Wenn die Verarbeitung der Daten ausgelagert oder Tools (Praxisverwaltungssystem, digitale Kalender oder ähnliches) verwendet werden, ist auch dies festzuhalten und gegebenenfalls zu prüfen, ob sich eine Verarbeitung unter Zuhilfenahme von bestimmten Tools mit der DS-GVO vereinbaren lässt. Eine Auslagerung können auch freie Mitarbeiter sein. Dazu gehören bei Vorhandensein einer Homepage Webdesigner/Grafiker. Mit diesen sollte ein Auftragsverarbeitungsvertrag geschlossen werden. Der Abschluss ist deshalb wichtig, weil die Verarbeitung der personenbezogenen Daten auch bei einer Auslagerung in Deiner Verantwortung liegt und mit dem Abschluss eines Vertrages mit Auftragsverarbeiter eine Absicherung geschaffen werden kann, wenn sich die Auftragsverarbeiter vertraglich verpflichten die DS-GVO einzuhalten.

Zur Umsetzung von technischen und organisatorischen Maßnahmen können folgende Fragen als Anhaltspunkte dienen.
Sind die Karteikarten weggesperrt oder kann jeder darauf zugreifen? Wie sieht es mit dem PC aus? Ist er vor Viren oder Hacking geschützt, werden E-Mails verschlüsselt versendet? Sind Mitarbeiter entsprechend gebrieft und haben eine Verschwiegenheitsvereinbarung unterschrieben? Wie ist der Zutritt zu der Praxis?

Allein schon die die Bearbeitung, Beantwortung und Dokumentation dieser Fragen führt einem selbst vor Augen, wo eventuell noch Sicherheitslücken bestehen und wie diese überwunden werden können.

Wann ein Datenschutzbeauftragter benannt werden muss, ist zum einen davon abhängig , ob die Kerntätigkeit des Verantwortlichen in der Verarbeitung von personenbezogenen Daten liegt oder ob die Kerntätigkeit in der umfangreichen Verarbeitung von besonderer Kategorien personenbezogener Daten liegt. Abzugrenzen ist die Kerntätigkeit von der Nebentätigkeit innerhalb der Praxis. Wenn also die Verarbeitung der personenbezogener Daten lediglich dazu dient, Verwaltungsaufgaben zu erfüllen und nicht für die Umsetzung der Dienstleistung ausschlaggebend ist, liegt die Kerntätigkeit nicht in der Verarbeitung der personenbezogenen Daten. Kopfzerbrechen bereitet bei Praxen eher der Aspekt der Verarbeitung besonderer Kategorien personenbezogener Daten, wozu auch Gesundheitsdaten zählen.
Das Bundesdatenschutzgesetz schränkt zusätzlich die Anzahl der Mitarbeiter ein und schließt die Benennung eines Datenschutzbeauftragten aus, sobald die Schwelle von 10 Mitarbeitern nicht überschritten ist.
Praxen, die unter dieser Schwelle liegen, sind nicht schon deshalb verpflichtet, einen Datenschutzbeauftragten zu nennen, weil sie standardmäßig mit Gesundheitsdaten ihrer Patienten arbeiten. Eine Benennung ist vielmehr danach zu bestimmen, wie risikoreich die Datenverarbeitung für die Rechte des Patienten ist, in welchem Umfang personenbezogene Daten verarbeitet werden, ob sie in der Praxis verbleiben oder auch überregional oder sogar international verarbeitet werden und wie viele Personen bzw. Mitarbeiter letztendlich mit der Verarbeitung der Daten betraut sind.

Ich empfehle bei Unsicherheiten und Fragen auch die zuständige Aufsichtsbehörde für Datenschutz zu konsultieren.

 

 

Die Gastautorin

Ingrid Yeboah, ich bin Rechtsanwältin und habe mich im Sommer 2017 mit einer ehemaligen Studienkollegin selbstständig gemacht. Wir beraten Künstler und Menschen aus der Kultur- und Kreativbranche auf den Gebieten des Urheber-, Medien-, Design-, Marken- und Wettbewerbsrecht. Vordergründig geht es um die Erstellung von Lizenzverträgen, AGB oder auch die Anmeldung von Marken oder die gerichtliche Durchsetzung bzw. Verteidigung von Ansprüchen aus geistigem Eigentum. Da mich die Kultur -und Kreativszene privat auch sehr interessiert, bin ich dankbar, dies in meinem Job miteinfließen lassen zu können.

 

Ingrid Yeboah, LL.M. 
Rechtsanwältin

YW
Yeboah & Wiedemann Rechtsanwältinnen in Partnerschaft

Friedrichstr. 61 in 10117 Berlin
i.yeboah@yw-recht.de
+49 30921004111
+49 173 9736538
https://yw-recht.de/

 

 

Weiterführender memole Artikel zur DSGVO in Logopädiepraxen und Ergotherapiepraxen. vom Mai 2018.

Karolin Wagner ist akademische Logopädin, Praxisinhaberin einer chicen Praxis in Jessen (Sachsen-Anhalt) und Referentin für logopädische Themen, insbesondere der „Therapie der Verbzweitstellung“. In dem sympathischen Interview ermutigt sie alle Logopäd*innen die Inputmethode zu erlernen und auszuprobieren.

Praxis für Logopädie von Karolin

 

Auf der Suche nach einer Praxissoftware, die zu deiner Therapiepraxis paßt

Wenn du eine Therapiepraxis eröffnest, stellt sich dir früher oder später die Frage nach einer geeigneten Praxissoftware. Nach welchen Kriterien soll man diese auswählen und auf was ist zu achten?
Besonders wichtig ist diese Entscheidung, denn in der Regel bleibt man seiner Praxissoftware über viele Jahr treu.

Vor dem Kauf einer Software oder dem Abschluß eines Vertrages über mehrere Jahre solltest du prüfen, ob die Software allen deinen Anforderungen entspricht.
Aber was sind Anforderungen an eine Praxissoftware?

Ich habe dir hier ein paar Fragen zusammengestellt und acht Anbieter um ihre Antworten geben. Es sind die Anbieter die mir Google als Antwort auf „Praxissoftware Logopädie“ nennt. memole steht in keiner Verbindung zu den Anbietern und erhält keine Provision.

Von den Anbietern Terminheld (Buchner), Praxxp und Medi Fox Therapie haben wir keine Antwort bekommen. Vielleicht sind unsere Mails in ihrer Verwaltung untergegangen, vielleicht möchten sie sich nicht dem Vergleich stellen? Fälle dein Urteil am Besten selbst.

Hilfreiche, sehr umfangreiche und nette Antworten haben wir von

  1. Theralino
  2. iPrax
  3. AZH
  4. Amparex
  5. Theorg

bekommen.

Unser Ziel: Eine unabhängig und neutrale Fragestellung sollen dich bei der Auswahl der besten Software unterstützen.

Fragen von memole an die Anbieter:

1. Art der Software
Ist es eine Software zur Installation auf dem Rechner oder eine Online Lösung?

2. Betriebssystem
Für welche Betriebssystem ist die Software geeignet?
Auf welchen mobilen Endgeräten funktioniert die Software?

3. Ort der Daten
Wo und wie werden die Daten gespeichert? (ggf. Serverstandort, Datensicherheit)
Gibt es automatisierte Sicherungen der Daten? Was passiert, wenn ich mein Handy verliere/ mein Rechner kaputt geht?

4. Der Start
Gibt es Schulungen? (online, offline, Kosten)
Wie gibt man die Daten ein? (Text, Spracheingabe, Karteneinlesen)

5. Support
Welche Art von Support bietet ihr an? (Öffnungszeiten, Kanäle, Kosten)

6. Probe
Gibt es eine kostenlose Demoversion oder eine Testphase?

7. Herausforderungen
Wo liegen die Grenzen des Systems?

8. Terminmanagement
Ist es integriert? (wie, welches System)
Gibt es eine Schnittstelle zu einem empfohlenen Terminverwaltungsprogramm?

9. Abrechnung
In wie weit kann man die Abrechnung vorbereiten?
Gibt es eine Schnittstelle zu einem empfohlenen Abrechnungszentrum?

10. Welche Preismodelle gibt?
Kosten für Komponenten/ Funktion
Kosten pro Mitarbeiter
Laufende Kosten, Abo-Laufzeit
Rabatte für Mitglieder bestimmter Berufsverbände

Und hier die Antworten der Anbieter

1. Theralino

1. THERALINO ist eine Web basierte Software – eine WebApp.
Das Programm wird zentral betrieben und ist über einen Webbrowser, also online, benutzbar. Eine Installation ist nicht erforderlich. Eine lokale Datenspeicherung erfolgt nicht.

2. Als WebApp kann THERALINO auf jedem Betriebssystem und demnach auch auf allen Geräten eingesetzt werden. Als Voraussetzung geben wir nur einen modernen Webbrowser vor, der nicht älter als etwa 1 Jahr ist.

3.1. Alle Daten werden entsprechend der DSGVO in Deutschland gespeichert. Die Speicherung der Daten und aller hochgeladenen Dateien erfolgt ausschliesslich verschlüsselt. Für die Verschlüsselung wird der individuelle Praxisschlüssel verwenden. Auf die Patientendaten kann demnach nur die Praxis zugreifen. Selbst wir als Anbieter und Hersteller der Software haben keine Möglichkeit die Daten zu entschlüsseln.

3.2. Alle Daten werden automatisch und professionell an 3 Standorten in Deutschland gesichert.
Da die Daten zentral und nicht auf einzelnen Geräten gehalten werden, ist die Nutzung des Programms unabhängig vom Gerät. Mit anderen Worten: ist ein Gerät nicht mehr funktionsfähig oder verloren gegangen, nimmt man ein anderes und arbeitet weiter.

4.1. Nach der Anmeldung kann der Benutzer die „Ersten Schritte“ durchlaufen. Die Anleitung führt den Benutzer durch die wichtigsten Prozesse im Programm. Es stehen Leitfäden zu Themen wie „Kassenabrechnung“ und „Privatabrechnung“ zur Verfügung.
Auf wünsch bieten wir eine kurze online Anleitung für Funktionen wie Filialenverwaltung, Statistik, Abrechnung, Dokumentation. Es entstehen keine Kosten.

4.2. Die Daten werden in der Regel per Texteingabe bzw. Auswahl erfasst. Eingabe der Folgerezepte und Dokumentation für Folgerezepte kann durch eine Kopierfunktion mittels ein paar Klicks erledigt werden.
Die Spracheingabe kann mit Hilfe geeigneter Geräte (z.B. Smartphone) in jedem Eingabefeld im Programm ebenfalls erfolgen. Hierbei ist durch den Benutzer auf die Einhaltung der DSGVO zu achten.
Das Einlesen der Gesundheitskarte wird nicht unterstützt, da es keine geeignete und sichere Möglichkeit einer Ansprache eines Kartenlesegerätes aus einem Webbrowser heraus gibt.

5. Für Supportanfragen stehen eine telefonische Hotline von 10-13 und 14-17 Uhr, sowie Email-Support zur Verfügung. Ein Online-Chat ist in Planung.
Es fallen keine Zusatzkosten an.

6. THERALINO kann 1 Monat lang kostenfrei und unverbindlich (bedarf keiner Kündigung) getestet werden. Eine Registrierung ist hier erreichbar.

7. Das Programm kann z.B. nicht offline benutzt werden

8.1. Eine Terminverwaltung ist integriert. Jeder Therapeut (Zugang) verfügt automatisch über einen eigenen Terminplan. Der Terminkalender aller Therapeuten kann von jedem Therapeut eingesehen und verwaltet werden. Eine Tagesansicht für alle Therapeuten ist vorhanden. Der Terminkalender verfügt über alle gängigen Funktionen einer Terminverwaltung und speziell eine Therapieverwaltung.

8.2. Nein, da integriert.

9.1. THERALINO beinhaltet alle aktuellen Tarife von gesetzlichen Krankenkassen, die zentral durch den Anbieter verwaltet werden.
Im Kassenbereich steht die Berechnung und Abrechnung einer Zuzahlung zur Verfügung, ebenso wie die Abrechnung der ausgefallen Termine. Die Rezepte werden nach HRM geprüft und sowohl bei der Datenerfassung wie auch im Abrechnungsassistent auf Fehler und möglichen Probleme hingewiesen. Im Rahmen der Tarifprüfung können die Rezepte z.B. automatisch gesplittet werden. Die Rezepte können ggf. bedruckt werden. Ein Archiv ermöglich jederzeit den Zugang zu abgerechneten Rezepten.
Im Privatbereich können beliebig viele eigene Tarife eingegeben werden. Darauf basierend können ein Kostenvoranschlag, eine Teil-/Rechnung und eine Ausfallrechnung erstellt werden.
Prüfungslisten erweitern das Auffinden von „vergessenen“ Rezepten. Zahlungseingänge können über die offenen Posten Liste erfasst werden. Eine Zahlungserinnerungsfunktion ist ebenfalls vorhanden.

9.2. Aktuell bietet THERALINO Schnittstellen zur Übertragung der abrechnungsrelevanten Daten für folgende Abrechnungszentren an: AS Bremen, AZH, RZH, DMRZ.
Die Schnittstelle für Optica ist in Vorbereitung.

10.1. Der monatliche Preis beinhaltet alle Funktionen. Lediglich die Funktion „Direktabrechnung“ wird ab ca. Herbst 2019 mit monatlichen Zusatzkosten verbunden sein. Pro Mitarbeiter/Zugang fallen monatlichen Kosten in Höhe von 10 EUR netto. Keine weiteren Kosten. Zugänge für Mitglieder der kooperierenden Berufsverbänden kosten 7 EUR netto im Monat. Aktuell profitieren davon Mitglieder von dbl e.V. und LOGO Deutschland e.V.
Gespräche mit anderen Verbänden laufen.

 

2. iPrax

1. Ist es eine Software zur Installation auf dem Rechner oder eine Online Lösung? Beides :-)) iPrax liegt auf jedem Endgerät als Software und Datenbank vor und alle Daten werden im Hintergrund mit unserem Rechenzentrum in München synchronisiert.

2. Für iOS und macOS.  Auf dem Mac, iPad und iPhone.

3. Alle Daten werden im Hintergrund mit unserem Rechenzentrum in München synchronisiert und gespeichert. Es gibt automatisierte Sicherungen der Daten.
Was passiert, wenn ich mein Handy verliere/ mein Rechner kaputt geht? Das wäre nicht schlimm, Sie haben alle Daten in unserem Rechenzentrum als Datensicherung.

4. Schulungen per Telefon kostenlos oder ganztägig Vorort für € 500,- zzgl. Spesen.
Dateneingabe per Text, Spracheingabe, Karteneinlesen oder per Copy/Paste von Textblöcken, die man selber anlegen kann.

5.  Wir bieten Support per Telefon täglich von 10-17 Uhr an.

6.  Es gibt eine kostenlose Demoversion und eine Testphase.

7.  iPrax ist kein Buchhaltungsprogramm für Kontierung, BWA und Abschlüsse.

8. Ein eigener Terminplaner ist integriert. Es gibt keine Schnittstelle zu einem empfohlenen Terminverwaltungsprogramm.

9.  iPrax taxiert automatisch die Rezepte und erstellt automatisch Rechnungen von Privat und Selbstzahlern
Gibt es eine Schnittstelle zu einem empfohlenen Abrechnungszentrum? Ja, es kann alternativ mit Cash Direct auch direkt mit den Krankenkassen abgerechnet werden.

10. Kosten für Komponenten/ Funktion: Ab € 699,- einmalig. Jede weitere Terminplanspalte (Mitarbeiter) € 8,-/Monat.
Laufende Kosten, Abo-Laufzeit: € 39,-/Monat mit einer Terminplanspalte, Laufzeit 2 Jahre mit jährlicher Verlängerung, wenn nicht gekündigt wird.
Rabatte für Mitglieder bestimmter Berufsverbände: Ja, je nach Verband.

Alle Preise zzgl. MwSt.

 

3. AZH

1. azh TiM (Therapy in Motion) wird lokal auf dem Rechner/Server unseres Kunden installiert. Datenbank und somit alle Daten sind ausschließlich in der Hand des Therapeuten

2.1. Windows 7, Windows 8, Windows 10 und Windows Server 2008, 2012, 2016

2.2. azh TiM als Vollversion funktioniert auf allen mobilen Endgeräten mit genannten Windows Betriebssystemen (z.B. Surface). Die in den Behandlungsräumen wichtigen Funktionen wie z.B. die Befunderhebung oder Behandlungsdokumentation wird über Apps (iOS und Android) abgebildet. Diese sind direkt mit der azh TiM Vollversion verbunden, d.h. erhobene Daten werden Realtime in der Software übernommen.

3. Die Datenbank befindet sich lokal auf dem Server/ Festplatte unserer Kunden.

3.2. Bei azh TiM ist eine automatische Datensicherung möglich, der Speicherort ist frei wählbar – wir empfehlen die Sicherung der Daten auf einem externen Datenträger/ Server/ Cloud vorzunehmen.

4.1. Wir bieten unseren Kunden persönliche Vor-Ort-Schulungen, Gruppenseminare und Online-Trainings an. Unser Schulungsangebot ist auf der Website übersichtlich dargestellt und direkt buchbar. Zudem steht ein spezielles Spezialistenteam zur Verfügung welches jederzeit kostenfrei in Anspruch genommen werden kann.

4.2. Dateneinhabe erfolg per

  • Kartenlesegerät (Gesundheitskarte)
  • Rezeptscanner mit OCR-Erkennung der Rezeptdaten
  • Spracheingabe per Befundungs-App (iOS und Android)
  • Manuelle Erfassung

5. Support zu den Öffnungszeiten: Mo-Fr.: 07:30 Uhr – 18:00 Uhr

  • Telefon
  • E-Mail
  • azh myService App
  • Teamviewer (integriert in Software)

Der Support ist in der monatlichen Servicegebühr enthalten.

6.1. Unsere aktuelle Demoversion können Sie unter folgendem Link downloaden.

7.1. Es werden vorrangig Windows Betriebssysteme unterstützt, eine Nutzung auf OSX (Apple) ist nicht möglich. Aktuell steht keine SAAS/Cloud-Lösung zur Verfügung. Die Befundungs-App ist nur mit Internetverbindung (W-LAN oder Mobilfunknetz) nutzbar.

 

8. Terminmanagement
Der azh TiM Terminplaner stellt das Herzstück unserer Software dar.
Im azh TiM Terminplaner können Sie direkt innerhalb der Terminvergabe Patienten erfassen, Rezepte anlegen und verwalten, Arztberichte verfassen, Zuzahlungen verbuchen, Termine online versenden und mit hohem Anspruch zuverlässig Termine verwalten. Der Terminplaner ist auf Basis der Patientenvorgaben und Rezeptvorgaben und verfügbaren Ressourcen in der Lage Terminvorschläge zu unterbreiten und ganze Terminserien oder Dauerpatienten zu planen. Neben dem Onlineversand via ical-Datei an den Patienten kann selbstverständlich auch ein Terminzettel gedruckt und eine SMS-Erinnerung eingestellt werden.

Wir empfehlen die Schnittstelle zu unser eigene Softwarelösung, den azh TiM Terminplaner (wie oben beschrieben).

8.1. In wie weit kann man die Abrechnung vorbereiten?
Der gesamte Prozess von der Rezeptanlage bis hin zur Bedruckung der Papierunterlagen (Positionierung/Taxierung) ist mit azh TiM möglich. Umfangreiche Plausibilitätsüberprüfungen in der Bearbeitung von Verordnungen unterstützen den User bei der Vermeidung von Absetzungen durch die Kostenträger.

8.2. Der Export der Abrechnungsdaten ist jederzeit über verschiedene Schnittstellen möglich. Ganz unkompliziert ist dies über unsere Schnittstelle azh One Click an die NOVENTI HealthCare GmbH möglich. Hier werden die erforderlichen Abrechnungsdaten an unser Abrechnungszentrum übermittelt und weiter verarbeitet.

9.1. Unsere Kosten staffeln sich nach Modulen (Basisversion, Terminplaner, Befundung) und Anzahl der benötigten Arbeitsplätze. Hierbei ist sowohl ein Lizenzkauf als auch ein Mietmodell möglich. Mitglieder der Verbände Physio Deutschland, VPT und ifk erhalten hohe Rabatte auf die Anschaffungskosten.
Für ein individuelles Angebot wenden Sie sich bitte an die Rufnummer 089-92108-444 oder per Mail an heilmittel@azh.de . Sehr gerne beraten wir Sie unverbindlich und kostenfrei.

9.2. Kosten pro Mitarbeiter
Unsere Preisstruktur richtet sich nach der individuellen Gestaltung Ihrer Praxis, nicht nach der Anzahl Ihrer Mitarbeiter. Zusätzliche Therapeuten sind damit nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden.

9.3. Die monatliche Servicegebühr beinhaltet den Hotline-Support sowie Online Service- und Preislisten-Updates. Bei Kauf ist der Service obligatorisch enthalten und quartalsweise kündbar ohne Mindestvertragslaufzeit. Die monatlichen Kosten beinhalten die Nutzung der jeweiligen Lizenz, Support Online Service- und Preislisten-Updates. Bei Miete gilt eine Mindestvertragslaufzeit von 5 Jahren. Die Geräteanzahl der App Lizenz bezieht sich auf die maximale Anzahl an Geräten, welche gleichzeitig auf die App zugreifen können.

9.4. Mitglieder bestimmter Berufsverbände (IFK, ZVK, VPT) erhaltende gesonderte Konditionen.

4. AMPAREX

1. Ist es eine Software zur Installation auf dem Rechner oder eine Online Lösung?
Online Lösung, benötigt lediglich Java und LibreOffice auf dem PC

2. Windows / Mac / Linux.
AMPAREX Web ist HTML5 basiert und auf allen mobilen Geräten verfügbar. AMPAREX Web ist auf sinnvolle Anwendungsfälle für den Therapeuten begrenzt. (Einsicht Patientenakte+Bilder, persönlicher Terminplaner, Einsicht/Eingabe von Notizen zur Behandlung)

3. Serverstandort ist im AMPAREX RZ in Stuttgart, DSGVO konform
Es werden tägliche Backup auf 2 Speicherorten in unterschiedlichen Brandschutz Zonen getätigt.

4. Online Schulungen kosten initial 300 €. Dateneingabe manuell und mit Karte. Aktuell keine Spracheingabe.

5. Support ist erreichbar Mo-Fr. 9-17 Uhr und ist in der monatlichen Nutzungsgebühr enthalten.

6. Freier Testzugang auf Homepage.

7. Wir erweitern unser System aktuell um weitere Anwendungsfälle für mobile Endgeräte.

8. Das Terminmanagement ist eines unserer Top-Features. Ist im Standardumfang von AMPAREX enthalten (beliebig viele Spalten im Terminplaner)
Alle CalDav fähigen Endgeräte/Anwendungen: iOS/Android Mobilgeräte, Thunderbird, Outlook, usw.

9. AMPAREX beherrscht die elektronische Abrechnung nach §302 SGB, ist im Standardumfang enthalten. Man kann also auf Wunsch auf ein Abrechenzentrum verzichten und die Abrechnung selbst elektronisch einreichen. Alternativ übergibt man die Belege klassisch an ein Rechenzentrum seiner Wahl.
AMPAREX hat eine direkte Schnittstelle zu ARNI

10.  AMPAREX kostet 60 € / Monat je Praxis. Alle Module sind im Standardumfang enthalten (Terminplaner, Abrechnung, Buchhaltung). beliebige Anzahl Mitarbeiter und Arbeitsplätze. Auch Homeoffice inklusive.
AMPAREX Web kostet zusätzlich 20 € / Monat (darin enthalten AMPAREX API – Programmierschnittstelle für eigene Anwendungen). Keine Laufzeit, monatlich kündbar. Kein Rabatt für Berufsverbände.

 

5. THEORG

Die Software THEORG ist mit über 15.000 Installationen der Marktführer im Bereich der Heilmittelerbringer (Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie).

Die Software ist modular aufgebaut und bietet Funktionen in den Bereichen:
Patienten- und Rezeptveraltung, Abrechnung nach §302 oder über Abrechnungszentren, Terminplanung, Dokumentation und vieles mehr. Sie kann vor Ort oder über ein Rechenzentrum genutzt werden. Es gibt eine zusätzliche App. Der Preis für die Software hängt von den genutzten Modulen und dem Umfang der Software ab.

 

 

Die Kontaktdaten der Softwareanbieter für Praxissoftware für Therapeuten

 

Theralino

PRAXINO GmbH
Eduard Schlein, THERALINO-Team
Eupener Straße 74
50933 Köln
Telefon 0221- 56 93 17 55
E-Mail hallo@theralino.de
www.theralino.de

iPrax

Dirk Becker, Geschäftsführer
iPrax Systems GmbH & Co. KG
Brünnsteinstraße 10
81541 München
Telefon 089- 416156510
Mail service@iprax-systems.com
www.iprax-systems.com

AZH

Martin Oppermann
, Schulungsreferent
azh TiM

NOVENTI HealthCare GmbH
Geschäftsbereich azh
Einsteinring 41
43
85609 Aschheim
Telefon 0 89- 9 21 08-232
E-Mail 
Martin.Oppermann@azh.de
www.azh.de

Amparex

Stephan Förderung, Geschäftsführer
Telefon 0711- 21 475 – 475
E-Mail stephan.foerderung@amparex.com
http://www.amparex.com
AMPAREX GmbH
Max-Lang-Straße 24
70771 Leinfelden-Echterdingen

Theorg

SOVDWAER GmbH
Manfred Schabka, Anwendungsberatung
Franckstraße 5
71636 Ludwigsburg
Telefon 07141- 9 37 33-0
E-Mail info@sovdwaer.de
www.sovdwaer.de

Gastbeitrag von Julia Lakaemper

„Liebe Julia, auf deinem Blog oder in deinen wöchentlichen Live-Videos mit dem Titel „Mindful Mindset Monday“ sprichst du regelmäßig über Business Mindset & Money Mindset. Warum sind diese Themen so wichtig für Selbständige?“

Gerade in der Gründungsphase und den ersten Entwicklungsstufen der Selbständigkeit stoßen viele erstmals mit ihrem Money Mindset an ihre Grenzen: Sie erleben Existenzängste, verkaufen sich unter Wert, die Kunden bleiben aus oder die Finanzen sind ein einziges Chaos. Im Coaching definieren wir gemeinsam ihre große Vision, eine konkrete Mission und klare Ziele.

Diese Klarheit setzt Energie frei, um Raum für die jeweilige Mindset-Transformation zu schaffen.

Die Veränderungsprozesse zeigen sich mental, emotional und auch ganz praktisch: Meine Coachees entwickeln in diesem Veränderungsprozess eine neue, unterstützende Beziehung mit Geld, bringen Ordnung in ihre Finanzen, verbessern ihre Selbstfürsorge und ziehen mehr Wunschkunden an.

 

Was ist denn eigentlich Mindset?

Dein Mindset ist dein Blick auf dich und die Welt. Es wird im Deutschen übersetzt als Selbstbild, meiner Meinung nach ist es viel mehr: Es sind deine Werte, deine Haltung, deine Perspektive auf dich, andere und die Welt.

Dein Mindset wird vor allem durch deine Gedanken und Überzeugungen definiert, die sich zu etwa 90% in deinem Unterbewusstsein und zu circa 10% in deinem Bewusstsein abspielen.

Deine Gedanken und Überzeugungen sorgen für bestimmte Gefühle und Reaktionen – du bewertest, ob etwas gut oder schlecht ist und handelst danach.

So entstehen Gewohnheiten, die du wahrscheinlich nicht stark hinterfragst: Es ist für dich einfach normal.

 

Und das Money Mindset ist dann die jeweilige Haltung zu Geld?

Genau. All das gilt auch für dich und deine Beziehung zu Geld. Das ist gemeint, wenn ich hier von Money Mindset spreche: Deine Gedanken, Überzeugungen, Gefühle und Gewohnheiten in Bezug auf Geld.

Du kannst ein starres Mindset haben und dich unflexibel verhalten, dich und deine Sicht auf die Welt nicht verändern wollen. Das nennt Carol Dweck in ihrem Buch Mindset (dt. Selbstbild) ein “fixed mindset”, ein starres Selbstbild, das sich nicht verändern lässt. Dem gegenüber steht ein “growth mindset”, ein flexibles Mindset, das bereit ist zu wachsen.

Mein Ansatz ist: Ändere deine Gedanken und du änderst deine Haltung – dein Mindset – und deine Handlungen. Das kann sich fundamental positiv auf dein Leben auswirken.

Sobald du etwas anderes denkst, entwickelst du eine neue Perspektive auf deine Situation und du bist in der Lage, anders zu handeln und unterstützende Gewohnheiten zu entwickeln.

 

 

DREI TIPPS FÜR EINE UNTERSTÜTZENDES MONEY MINDSET

#1 BEWEISE DEINE VERANTWORTUNGSBEREITSCHAFT

Wie professionell verwaltest du dein Geld? Hast du einen klaren Überblick über dein Geld, deine Einkünfte und deine Rücklagen? Beweise dir, dass du verantwortungsbewusst mit Geld umgehst und gewinne Klarheit darüber, in welchen Lebensbereichen und aus welchen Gründen du dir mehr Geld wünschst.

So ist es leichter, finanzielle Ziele zu formulieren und sie emotional aufzuladen, damit du dich darauf fokussieren kannst. Schaffe Ordnung in deiner Geld-Verwaltung: Prüfe und analysiere regelmäßig deine Kontostände und gewinne 100%igen Überblick über deine Ausgaben, Einnahmen, Rücklagen und Investitionen. Wie du dein Geld so verwaltest, dass du mit jedem deiner Umsätze Gewinn machst und welche Konten du dafür brauchst, liest du hier.

Mach dich schlau und handle! Deine finanzielle Situation wird sich nicht von alleine verändern und Zeit ist ein kritischer Faktor: Je früher du die volle Kontrolle über deine Finanzen hast und dich um dein Money Mindset und deine Altersvorsorge kümmerst, desto leichter wird es.

Und: Es ist nie zu spät. Übernimm Verantwortung für deine finanzielle Situation, stärke deine finanzielle Bildung und schaffe dir Rücklagen. Für deinen Vermögensaufbau lohnen sich selbst kleine Beiträge, zB frühzeitig angelegte 25-Euro-Sparpläne für ETFs summieren sich zu einer interessanten Summe. Bevor du investierst, brauchst du allerdings eine zu dir passende Strategie für deinen Vermögensaufbau. Dafür findest du hilfreiche Tipps auf dem Blog Madame Moneypenny von Natascha Wegelin.

#2 VERÄNDERE DEINE GEDANKEN ZU GELD

Was denkst du, wenn du über Geld nachdenkst? Sind die Gedanken eher positiv oder negativ?

Davon ausgehend, dass du mit deinen Gedanken deine Realität schaffst, frage ich dich mal ganz offen: Was willst du zukünftig über Geld denken?

Meiner Erfahrung nach lohnt es sich sehr, deine Gedanken über Geld zu verändern.

Zwei Gedanken, die du dir meiner Meinung nach getrost sparen kannst, sind diese:

  1. Geld allein ist das Problem.
  2. Geld allein ist die Lösung.

Geld ist NIE das Problem. Geld ist neutral. Geld ist Energie. Geld ist ein Zeichen der Wertschätzung, ein Zeichen der Anerkennung und ein Spiegel deines Selbstwerts.

Du brauchst eine Strategie, damit das Geld für dich arbeitet. Und du brauchst Kontakte, um auf die verbesserungswürdige finanzielle Situation in deiner Branche aufmerksam zu machen.

Neben einer zu dir passenden Strategie und einem stabilen Netzwerk benötigst du für dein erfolgreiches Business ein unterstützendes Mindset: Positive Gedanken über Geld und eine liebevolle Geld-Beziehung, um mehr davon in dein Leben einzuladen.

Klingt dir das zu romantisch? Noch einfacher geht es so: Deine Energie fließt dorthin, wohin deine Aufmerksamkeit richtest – und du ziehst wie ein Magnet mehr davon in dein Leben.

Je mehr du also Geld oder das Fehlen von Geld als Problem ansiehst, desto öfter steckst du im Mangel. Je mehr Fokus du auf diesen Mangel richtest, desto mehr Mangel bekommst du.

Dort, wohin du deine Aufmerksamkeit richtest, fließt deine Energie – und davon bekommst du mehr.

Richte deine Aufmerksamkeit also auf die Fülle: Alles, was du hast, den Überfluss, die Leichtigkeit, die Freude … dann kommt auch FÜLLE. Deine Gedanken sind kraftvoll.

Entscheide dich bewusst dafür, was du zukünftig über Geld denken willst. Du kannst deine neurologischen Verbindungen und sogar deinen Körper allein durch Gedanken verändern.

Spar dir den Gedanken, dass Geld die Lösung ist. Klar, es stimmt: Geld schafft neue Möglichkeiten. Also kannst du natürlich über Geld denken, dass es die Lösung für all deine Probleme ist. Ich sehe das anders. Geld ist ein wichtiges Tauschmittel. Geld verschafft Leichtigkeit. Geld ermöglicht dir Freiheit. Geld allein ist aber nie die Lösung.

Du allein bist die Lösung. Deine neuen Gedanken über Geld und deine neue Geld-Beziehung sind die Lösung. Dein neues Money Mindset ist die Lösung. Deine neuen Gewohnheiten im Umgang mit Geld und deine Handlungen sind die Lösung.

#3 ZEIGE DEIN INTERESSE AN GELD

Stell dir mal vor, Geld wäre eine Freundin von dir. Wie gut gehst du mit ihr um? Erzählst du die ganze Zeit, wie unzuverlässig sie zu dir kommt, dass sie eigentlich nie ausreichend für dich da ist und dass du nie das bekommst, was du dir wünschst? Stopfst du dein Geld lose in deine Taschen oder sortierst du deine Scheine in deinem Portemonnaie? Bist du der Meinung, dass die Welt ohne Geld eigentlich eine bessere wäre?

Überleg dir mal, wie du dich als Freundin fühlen würdest, wenn deine Freunde so von dir reden und dich so behandeln würden. Bring deinem Geld stattdessen wahres Interesse und Aufmerksamkeit entgegen.

Beschäftige dich regelmäßig mit deinen Kontoständen – denn die repräsentieren deine aktuelle Beziehung zu Geld. Bring Neugier mit, wenn du dich mit deiner Buchhaltung, deiner Steuererklärung und deiner Altersvorsorge beschäftigst. Überleg dir, wie viel Wunderbares Geld in der Welt möglich macht und achte bewusst darauf, wie du über Geld sprichst.

Rede mit Kollegen über deine Zukunftsängste und tausche dich mit anderen Therapeuten über Lösungen in eurer Branche aus. Es geht nicht darum, im Selbstmitleid zu baden und den Kopf in den Sand zu stecken. Macht etwas, verbindet euch! Stärkt euch gegenseitig und eure Lobby, kämpft gemeinsam für eine bessere Bezahlung in eurem Berufszweig. Eure therapeutische Arbeit ist sehr wertvoll und das sollte sich auch in euren Einkünften spiegeln.

 

Buchtipps

Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können von Natascha Wegelin

Der Weg zur finanziellen Freiheit von Bodo Schäfer

So denken Millionäre von T. Harv Eker

 

Die Autorin

Mein Name ist Julia Lakaemper, ich bin Mindset Coach aus Berlin und unterstütze dich dabei, innerlich erfüllt und finanziell erfolgreich zu sein. Auf meinem Blog veröffentliche ich wöchentlich Mindset-Impulse für Selbständige. In meinem Money Mindset Gruppencoaching teile ich Methoden, Übungen und Techniken mit den Teilnehmern, die dir dabei helfen, ein unterstützendes Mindset aufzubauen und ein Leben mit mehr Leichtigkeit, Sicherheit und Freude zu erleben.

Der Schmerz sitzt bei vielen Therapeuten und Praxen bereits tief: sie finden einfach kein oder kein ausreichend qualifiziertes Personal. Aufgrund der eigenen therapeutischen Tätigkeiten und vielfältiger administrativer Aufgaben im Alltag haben sie weder Zeit noch Energie, sich auch noch intensiv mit dem Thema Personal zu beschäftigen.

Dabei ist es so wichtig, sich JETZT mit einer zukunftsorientierten Personalarbeit auseinanderzusetzen. Gerade als Therapeuten weißt du, dass der einmalige Eingriff nicht ausreicht, dass das Training zur Heilung und Prophylaxe dringend notwendig ist. Schärfe die Axt bevor du den Baum fällst.

Aktionismus versus strategisches Handeln

Meiner Tochter wurde vor einigen Jahren Physiotherapie verordnet. Die Therapeutin zeigte ihr am Anfang drei Übungen, deren Ausführung sie genau kontrollierte und welche sie bis zur nächsten Stunde üben sollte. Beim nächsten Mal ließ sie sich Übungen vorführen, korrigierte bei Bedarf und erweiterte das Übungsrepertoire. Das Prozedere ist Dir bekannt. Die Behandlung linderte den Schmerz nicht über Nacht, aber es wurde kontinuierlich besser, sie wurde stabiler.

Deine Personalarbeit ist diesem Prozess sehr ähnlich. Nicht zu handeln oder nicht zu üben wird den Schmerz für die Zukunft nur vergrößern. Und Einzelaktionen mögen punktuell helfen, aber dauerhaft? Wohl nur zu einem geringen Prozentsatz. Es sei denn, du gehörst zu den ganz großen Glückspilzen (was ich dir von Herzen gönnen würde).

Personalmanagement von Anfang an – nur keine Angst

Sobald du den ersten Mitarbeiter/ die erste Mitarbeiterin einstellen möchtest, hast du Personalarbeit zu erledigen, ob du nun willst oder nicht. Da ist es aus meiner Sicht nur sinnvoll, sich zu Beginn Gedanken über die eigenen Vorstellungen, nötigen Abläufe und dringend zu erledigenden Aufgaben zu machen. Und auch, wenn du schon ein paar Jahre selbstständig bist, lohnt es sich, die eigenen Handlungen zu überdenken oder eine Richtungskorrektur vorzunehmen.

Gerade kleine Unternehmen und die meisten Selbstständigen im Gesundheitssektor haben Schwierigkeiten, qualifizierte Fachkräfte zu finden und zu binden. Und vielleicht bereitet Dir allein der Begriff „Personalmanagement“ schon Bauchschmerzen oder du denkst, dass das nur etwas für große Unternehmen sei. Mitnichten. du kannst das Schritt für Schritt aufbauen. Erweitern, ganz nach Deinen Bedürfnissen. Mit oder ohne fremde Hilfe.  Aber wenn du zu Beginn investierst oder nochmal neu startest, dann solltest du zunächst ein paar grundlegende, strategische Fragen angehen:

  • Was für ein Ziel hast du für dein Unternehmen, deine Praxis? Wie soll es in drei, fünf, zehn Jahren aussehen?
  • Was für eine Führungskraft möchtest du sein? Da solltest du ruhig ins Detail gehen. Schau auch auf deine eigenen Ressourcen.
  • Mit welchen Menschen arbeitest du am allerliebsten zusammen?
  • Welche Qualifikationen brauchen deine Mitarbeiter zu Beginn und welche nach einiger Zeit?
  • Welche Pflichten haben deine Mitarbeiter und was bist du bereit, als Arbeitgeber zu leisten (Arbeitsbedingungen, Benefits, Arbeitsklima, Weiterbildung, etc.)?
  • Was soll dich als Arbeitgeber besonders machen (sog. „Employer Branding“)?

Die meisten Enttäuschungen und latenten Unzufriedenheiten handeln wir uns ein, wenn wir keine genauen Vorstellungen haben oder mögliche Schwierigkeiten nicht bedenken. Mit diesen grundlegenden Gedanken formst du dein Selbstverständnis und deine Personalstrategie. Das daraus entstehende Konzept kannst du dann parallel zur Entwicklung deines Unternehmens Schritt für Schritt erweitern oder anpassen.

Personalplanung in der Praxis

Dieser memole Magazinartikel hilft dir eine gute Personalplanung für deine Therapiepraxis zu machen.

Von der Strategie zur Umsetzung

Aus der Strategie ergeben sich viele Fragen und Unsicherheiten in der Umsetzung und oft fängt es bei der Personalsuche an. Wie definiert man ein Profil oder formuliert eine Stellenanzeige. Wie macht man das besten? Welche Wege der Rekrutierung gibt es? Inzwischen gibt es Jobportale für Teilmärkte, wie z.B. therapeutenonline.de, medi-jobs.de, usw.  Wäre es sinnvoll, mehr Praktika anzubieten und Mitarbeiter zu entwickeln? Nutzt du deine Netzwerke? Mitarbeiterempfehlungen? Welche Rekrutierungswege waren in der Vergangenheit erfolgreich?

Bei der Personalauswahl solltest du klare Kriterien haben, sich aber gleichzeitig eine gewisse Flexibilität bewahren. Da ist vielleicht deine Wunschkandidatin, sie möchte aber nur Teilzeit arbeiten? Du hast die Gestaltung in der Hand. Das ist einer deiner Vorzüge als ArbeitgeberIn.

Bei der Personalauswahl ist in Vorstellungsgesprächen ein Vier-Augen-Prinzip immer wertvoll und gibt Entscheidungssicherheit. Ihr könnt das Gespräch gemeinsam führen, reflektieren und analysieren.

Der „Lebenszyklus“ – Phasen im Mitarbeiterleben

Hast du dich erst einmal für jemand entschieden, dann brauchst du einen guten Arbeitsvertrag, du benötigst Unterlagen für die Entgeltabrechnung und jemand, der diese durchführt.

Ist der Mitarbeiter dann an Bord, geht es auch schon weiter: die Einarbeitung sollte durchdacht und fundiert sein und regelmäßige Feedbackgespräche vorsehen. Nimm dir hier bewusst Zeit und vereinbare immer wieder Meilensteine und erwünschte Ergebnisse. Hör zu, was dein Mitarbeiter braucht, definiere deine Anforderungen, lege Aktionen fest und setze diese um.

Diese Aufmerksamkeit und Verbindlichkeit hilft dir gemeinsam mit deiner klaren Strategie (siehe oben) schon enorm beim Thema Mitarbeiterbindung. Genauso wie jährliche Mitarbeitergespräche mit Zielvereinbarungen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Sukzessive kannst du dann dein Personalkonzept weiterentwickeln, indem du z.B. genauer auswählst, welche zusätzlichen (evtl. steuer- und SV-optimierten) Benefits du vielleicht anbieten kannst und willst: Altersvorsorge, Kreditkartensysteme, ÖVP-Tickets, Weiterbildung, Arbeitszeitmodelle, KiTa-Zuschüsse, etc.

Das Arbeitgeberleben ist aber leider nicht nur von erfolgreichen Neueinstellungen und Weiterentwicklung geprägt. Der Mitarbeiter verlässt deine Praxis endgültig oder auf Zeit (Mutterschutz, Elternzeit, Pflege) oder du musst eine Abmahnung oder Kündigung aussprechen – mit allen notwendigen Formalitäten. Neben aller Emotionalität ist es dann hilfreich und entlastend, wenn man einen Ansprechpartner hat, der einen begleitet, unterstützt oder sogar Aufgaben übernimmt.

In großen Unternehmen können sich Bereichsleiter auf ihre Fach- und Führungsrolle fokussieren und haben einen Personalexperten oder -expertin an ihrer Seite, die sie unterstützt und die vertraglichen Dinge regelt. Das haben Selbständige kleiner Unternehmen eher nicht.

Deine Rolle und dein Wohlbefinden als Chef und Chefin

Über die vielen einzelnen Stationen im Mitarbeiterleben hinaus, kann es jedoch hilfreich und unterstützend sein, in gewissen Abständen mit einem Personalexperten auf die eigene Strategie, Vorgehensweise und Führungsrolle zu schauen. Ein solcher Sparringspartner kann dir durch aktuelles Fachwissen und vielfältige Erfahrung Sicherheit bei aktuellen Problemstellungen geben und dir Coach sein. Denn manche Vorkommnisse sind u.U. auch für die eigene Person belastend. So agierst du für dich selbst mit Selbstfürsorge und trainierst wichtige Punkte.

Hier schließt sich der Kreis im Mitarbeiterleben und auch zu den Schmerzen der Therapeuten/innen und PraxisinhaberInnen in der Personalarbeit.

Nur Mut. Jeder Schritt zählt. 

Wie jeder gute Therapeut möchte ich Dir Mut machen: nichts tun und den Kopf in den Sand stecken hilft nicht. Jeder noch so kleine Schritt und jede wohl durchdachte Aktion zur rechten Zeit aber schon. Und zum Glück gibt es da Spezialisten, die dir von Zeit zu Zeit oder in kontinuierlicher Begleitung mit Rat und/oder Tat zur Seite stehen, ohne permanent auf deiner Gehaltsliste zu stehen.

Die Autorin

Katja Raschke ist erfahrene Personalexpertin und Business Coach. Mit HR konkret – Personalmanagement & Coaching seit 2008 selbständig, unterstützt sie kleine und mittlere Unternehmen in allen Themen rund um ein effektives Personalmanagement. Als Coach begleitet sie UnternehmerInnen rund um die Themen Personal, die eigene Rolle als ChefIn und die persönliche Weiterentwicklung, Potenziale und Ressourcen.

Außerdem ist sie Business Coach für Menschen in beruflicher Veränderung und ist somit auch mit den Nöten und Bedürfnissen der jeweils anderen Seite bestens vertraut.

Wenn du gern mit ihr zusammenarbeiten möchtest, so kannst du mit ihr Kontakt aufnehmen:

Schreib eine E-Mail an info@hr-konkret.de.
In einem ersten kostenfreien Gespräch (30 Minuten) könnt ihr die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit klären.

Weitere Informationen findest du auch unter

Inkl. Buchungskalender für das 30-minütige, kostenfreie Erstgespräch)

bei XING
auf Facebook
auf LinkedIn

Schon wieder wird in dieser Woche eine neue Leitlinie veröffentlicht….

aber eine, die die Diagnostik und Behandlung von Kindern mit Rechenschwierigkeiten wirklich weiterbringt!

 

 

Denn „3–7 % der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen leiden unter einer Dyskalkulie. Ausgeprägte und andauernde Probleme im Rechnen führen zu deutlichen Einschränkungen in Schule, Beruf und Alltag und erhöhen das Risiko für komorbide psychische Störungen. In der Praxis werden verschiedene Methoden zur Diagnostik und Behandlung eingesetzt, deren Evidenz unklar ist.“ So wird die Ausgangslage von Mag. rer. nat. Stefan Haberstroh und Prof. Dr. med. Gerd Schulte-Körne von der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München beschrieben.

 

 

Wie haben die Autoren untersucht?

Die systematischen Literaturrecherchen erfolgten von April 2015 bis Juni 2016 in zahlreichen Datenbanken. Die Studiendaten wurden metaanalytisch ausgewertet. Die abschließende Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie der Rechenstörung wurden von 20 Verbänden verabschiedet.

 

Herausgekommen ist folgendes

  • Diagnostik
    • Eine Diagnose soll nur bei unterdurchschnittlichen Mathematikleistungen unter Berücksichtigung relevanter Informationen aus Anamnese, Exploration und klinischer Untersuchung gestellt werden.
  • Behandlung
    • Die Behandlung ist an den Problemschwerpunkten in Mathematik auszurichten. Die durchschnittliche Effektstärke aller Interventionsstudien war 0,52 (95-%-Konfidenzintervall [0,42; 0,62]).
    • Die Behandlung soll frühzeitig im Grundschulalter beginnen, von ausgebildeten Fachkräften im Einzelsetting durchgeführt werden und komorbid auftretende Symptome und Störungen berücksichtigen.
  • Besonders wichtig für die Behandler
    • Bei Vorliegen einer Rechenstörung besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Lese-Rechtschreib-Störung, für eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung sowie für internalisierende (wie Angst, Depression) und externalisierende (beispielsweise aggressiv, regelverletzend) Störungen.

Schlussfolgerung

Symptomspezifische Interventionen, bei denen insbesondere mathematische Inhalte trainiert werden, zeigen die besten Ergebnisse. Forschungsbedarf besteht an hochwertigen Interventionsstudien und – für ältere Jugendliche und Erwachsene – an geeigneten Tests und Förderprogrammen.

 

Den kompletten Artikel aus dem Ärzteblatt und die Leitlinie findet du hier.

Als PDF zum Herunterladen: Komorbidität der Rechenstörungen

 

Dyslexietherapie

 

 

 

 

 

In diesem Interview lernst du Tomatistrainerin Birthe Ahrens persönlich kennen. Sie berichtet von Patientenerfolgen und ihren Erfahrungen mit der Tomatis Methode.

 

Hier kommst du zu Website von Birthe Ahrens

Buch über das wir im Interview sprechen  „Wie das Gehirn heilt. Neueste Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft“ von Norman Doidge*

*Affiliate-Link

Wir kennen es alle: Gerade als Praxisgründer*in ist jeder Tag viel zu kurz. Wie gestalte ich meine Therapien? Welches Diagnostikmaterial verwende ich für welchen Therapiebereich? Möchte ich mich auf gewisse Patienten*innen spezialisieren und bestimmte Störungsbilder anlocken? Dann kommt auch noch der finanzielle Bereich dazu: Wie werde ich Herr bzw. Frau der (finanziellen) Lage und welche Abrechnungssoftware eignet sich am besten für meine Bedürfnisse? Hinzu kommt die Angst irgendetwas falsch zu machen oder gegen verschiedene Gesetze und Richtlinien zu verstoßen ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein. Das trifft bei uns Heilmittelerbringern*innen vermutlich am ehesten auf den Bereich Werbung zu. Möglicherweise hast du es noch von deiner Ausbildung im Hinterkopf: „Du darfst keine Werbung machen!“ Das stimmt jedoch gar nicht. Du darfst auch als Heilmittelerbringer*in Werbung betreiben, wenn du gewisse Punkte berücksichtigst. Aber was genau gilt es zu berücksichtigen?

Die Basis der Praxiswerbung

Im Bereich der Werbung gelten für dich als Heilmittelerbringer*in in Deutschland grundsätzlich zwei Gesetze. Diese zwei Gesetze sind das HWG, das Heilmittelwerbegesetz, und das UWG, das Bundesgesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Beide zielen darauf ab irreführende Werbung zu verhindern und deine Kunden*innen vor falschen bzw. vagen Behauptungen und Aussagen zu schützen. Die beste Hilfe zur Einschätzung, ob deine geplante Werbung nun irreführend ist oder nicht, ist dein eigener gesunder Sachverstand. Frage dich einfach selbst, ob das was du in der Werbung anpreist unter allen Umständen eintrifft oder ob das nur unter den günstigsten Bedingungen möglich ist? Deine Patienten*innen müssen sich auf die Aussage deiner Werbung zu 100% verlassen können.

Hier ein Beispiel, wie du es NICHT machen solltest:
Du möchtest dein Stottern endlich los werden? Dann lass mich dir helfen. Nach 5 Sitzungen gehört dein Stottern der Vergangenheit an.

Diese Werbung wäre definitiv irreführend, da damit versprochen wird, dass deine zukünftigen Patienten*innen nach 5 Sitzungen – komme was wolle – stotterfrei sind. Aus deiner persönlichen Erfahrung weißt du selbst, dass diese Garantie schlichtweg nicht gegeben werden kann und somit auch nicht in der Werbung verwendet werden darf. (§3 Abs. 2 HWG)

Ein weiteres Beispiel der Irreführung ist es, wenn unwahre oder täuschende Angaben gemacht werden. Spezielle Therapiemethoden oder Behandlungsabläufe, welche keiner Aus- oder Weiterbildung zugrunde liegen, dürfen daher nicht für Werbung verwendet werden. Zukünftige Patienten*innen könnten dadurch fälschlicherweise davon ausgehen, dass das dafür nötige Know-How vorhanden ist.

Weise deine Gutachten, Zeugnisse und Empfehlung vor

Wenn du mit deinen Dokumenten werben möchtest, musst du laut §6 HWG nachweisen, dass diese von wissenschaftlich oder fachlich berufenen Personen bzw. Instituten (Akademien) ausgestellt worden sind. Im Laufe deiner Karriere wirst du bereits einige Gutachten, Zeugnisse oder Empfehlungen und Bescheinigungen erhalten haben. Indem du diese vorweist und beweist, dass sie von wissenschaftlich oder fachlich anerkannten Personen oder Instituten ausgestellt wurden, kannst du sie auch für Praxiswerbung nutzen.

Bei Erwähnung solcher Dokumente in Werbetexten gilt es daher alle nötigen Informationen wie Ersteller*in mit Namen und Adresse sowie dem Ausstellungsjahr anzugeben. So können auch deine Patienten*innen sicher sein, dass du das Wissen, welches z.B. durch ein Zertifikat bestätigt wird, auch tatsächlich erworben hast. Du schaffst somit nicht nur Vertrauen, sondern kannst dich auch von deinen Mitbewerbern*innen abheben.

Warum hängst du nicht Fortbildungsbescheingungen und Zertifikate in deiner Praxis aus? Viele Ärzt*innen machen das genau so.

 

Fazit: Praxiswerbung als Heilmittelerbringer*in ist nicht schwer

Wie du siehst, ist Werbung für deine Praxis als Heilmittelerbringer*in nicht so kompliziert, wie es der Keine-Werbung-Mythos erahnen lässt. Das Wichtigste ist: Du darfst Werbung betreiben. Jene Punkte, die du laut Gesetz berücksichtigen musst, kannst du eher als gute Manieren zusammenfassen. In den letzten Jahren hat sich viel getan und auch die Gesetze sind liberaler und leichter anwendbar geworden. Du musst also keine Angst mehr vor dem Betreiben von Praxiswerbung haben. Halte dich im Bereich Praxiswerbung einfach an folgende drei Grundsätze:

  1. Gib nicht vor jemand zu sein, der/die du nicht bist.
  2. Versprich nichts, was du nicht zu 100% halten kannst.
  3. Und beweise dein Wissen und deine Fähigkeiten umgehend.

Wenn du das befolgst, bist du auf einem guten Weg zur gesetzeskonformen Praxiswerbung.

Hier findest du die Gesetzestexte

Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb

Gesetz über die Werbung auf dem Gebiete des Heilwesens (Heilmittelwerbegesetz – HWG)

Maria Grohmann ist Logopädin und auch Musiktherapeutin. In ihre Arbeit als Logopädin fließen deshalb häufig musiktherapeutische Elemente ein. Diese bereichern ihre Therapien bei Patienten mit sehr unterschiedlichen Störungsbildern.
Ich habe mich sehr gefreut, dass Maria sich für dieses Interview extra frei genommen hat!

Die Mitarbeiter/ Mitarbeiterinnen deiner Logopädie, Ergotherapie oder Physiotherapie Praxis leisten ganze Arbeit und geben täglich ihr Bestes für die  Patienten und die Praxis!

Anerkennung!

Du möchtest Ihrer Arbeit nicht nur mit Worten anerkennen, sondern ihnen auch etwas Schenken. Vom Blumenstrauß zum memole®-Gutschein ist alles möglich. Aber welche Geschenke an die eigenen Mitarbeiter sind steuerlich günstig? Hier erfährst du wie du schenkst und alle deine Mitarbeiter*innen den größt möglichen Mehrwert von deinem Geschenk haben -und die nicht unnötig Steuern zahlst!

 

Geschenke an Mitarbeiter*innen vergibt man als Praxisinhaber*in oder Teamleiter*in gerne.

Abgabefreie Geschenke sind am allerbesten!

Inhaber*innen von Therapiepraxen können ihren Mitarbeiter*innen zwei unterschiedliche Arten von Geschenken machen.

Möglichkeit 1

Einfach ist die abgabenfreie Gabe in Höhe von 44€ pro Mitarbeiter*in pro Monat. Diese Sachzuwendungen in Form einer Sache (kein Bargeld!) sind laut Einkommenssteuergesetz steuerfrei (§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG). Aufgrund der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) wird die Steuerfreiheit auch für die Sozialversicherung übernommen (§ 3 Abs. 1 Satz 3 SvEV).

Ganz wichtig
1. Eine Umrechnung der monatlichen Freigrenze auf einen Jahresbetrag ist nicht zulässig.
2. Diese Steuervergünstigungen gilt nur für gelten für Gutscheine und „echte Dinge“

👉Und hier geht es direkt zum memole Gutschein über 44€.

Möglichkeit 2

Bei einem persönlichen Anlass kann der/die Praxisinhaber*in 60€ steuerfrei an den/die Mitarbeiter*in verschenken.
Aber was ist ein persönlicher Anlass?

  • Ein Mitarbeiterjubiläum,
  • die Geburt eines Kindes,
  • Rückkehr nach langer Krankheit oder
  • ein Willkommensgruß sind persönliche Anlässe des Beschenkten.
    Das Weihnachtsfest fällt dagegen nicht darunter!

Vorteil
Beide Freigrenzen haben nichts miteinander zu tun, sie können nebeneinander ausgeschöpft werden und werden nicht gegeneinander aufgerechnet. Bei der Sachzuwendungsfreigrenze von 44 € handelt es sich um einen Monatswert, der Anlass der Zuwendung spielt keine Rolle. Man kann diese Freigrenze jeden Monat ausnutzen. Gleichzeitig kann der Mitarbeiter zum persönlichen Ereignis ein Geschenk bis zu 60 € abgabenfrei erhalten. Wer innerhalb eines Monats Geburtstag und Hochzeit hat, kann daher 2 Aufmerksamkeiten im Wert von bis zu 60 € erhalten (R 19.6 LStR). Die Steuerfreistellung für Aufmerksamkeiten führt in der Sozialversicherung zur Abgabenfreiheit (§ 1 Abs. 1 Nummer 1 SvEV).

👉Und hier geht es direkt zum memole Gutschein über 60€.

 

Ich habe mich für diese Auflistung und Beschriebung gründlich informiert, dennoch kann ich für die oben genannten Informationen keine Gewähr übernehmen. Bitte informiere dich zusätzlich selbst oder frage eine Steuerberater*n.

 

Folgendes sind meine Quellen

 

Wenn du selbst weiter recherchierst, achte darauf, dass du aktuelle Informationen liest!

Also, nur zu! Tu´deinen Mitarbeiter*innen etwas Gutes! 🎁🎂💐💸

 

Fortbilden der Zukunft

Aktuell absolviert man nach der Schule eine Ausbildung oder ein Studium. Häufig folgt in den ersten Berufsjahren sogar noch ein Zweitstudium oder eine Zweitausbildung, zumindest aber eine oder mehrere weitreichende Zusatzweiterbildungen. Das ist häufig nötig, denn Ausbildungs- und noch mehr Studieninhalte- sind so schnell veraltet, dass die Curricula gar nicht so schnell angepaßt werden (können) wie Inhalte entstehen (und wichtig werden).

Ausbildung zur Therapeutin / zum Therapeut

Als Therapeutin/ Therapeut beispielsweise ist es nach der breit angelegten Ausbildung wichtig, sich wenigstens in einer Handvoll Bereichen noch mehr Spezialwissen anzueignen. Dieses vertiefte Wissen kann innerhalb der Ausbildung häufig gar nicht vermittelt werden. Das liegt daran, dass die Kenntnisse und Methode in den Bereichen Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie enorm zugenommen haben. Die Zeit während der Ausbildung dient deshalb vor allem zur Bildung einer soliden Wissensbasis. Für vertieftes Spezialwissen reicht die Zeit (und manchmal vielleicht auch das Wissen der Lehrkräfte) häufig nicht aus.

Der Abrechnungsgrund

Ein nicht zu vernachlässigender Grund für den Besuch von Fortbildungskursen ist natürlich auch, dass Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten in der Therapiepraxis einige Positionen erst abrechnen können, wenn sie ein Zertifikat in dem betreffenden Bereich erworben haben. Beispielsweise einen „Bobath Grundkurs“ oder „Manuelle Lymphdrainage“ (siehe als Beispiel Vergütungsvereinbarung und die Informationen zum sektoralen Heilpraktiker für die Logopädie und Ergotherapie).

Und wie sieht es in der Zukunft aus?

In näherer Zukunft ändert sich die Ausbildungsordnung. Ausbildungen werden deutlich günstiger bis kostenfrei für die Schüler. Die ergänzenden Fortbildungen jedoch werden nicht kurzfristig durch staatliche Zuschüsse zu einem kostenlosen Produkt. Denn Akademien sind privatwirtschaftliche Institute, die Dozentinnen und Dozenten als Honorarkräfte für einen bestimmten Auftrag verpflichten. Das dort vermittelte Spezialwissen ist manchmal noch so frisch und exklusiv, dass es noch in keinen Lehrplan aufgenommen wurden bzw. es noch keine Printveröffentlichungen darüber gibt.

Lehrbücher

Und wird es überhaupt noch Druckerzeugnisse geben? Werden wir nicht vielleicht alle Lehrbücher mindestens als schlichtes eBook, besser aber noch als multimedialer Kurs oder digitales Nachschlagewerk nutzen? Wahrscheinlich werden wir es auch nicht mehr -wie in den Neunzigern- besitzen, sondern für die Zeit des Lernens ausleihen.

 

Was erhoffst du dir im Hinblick auf Fortbildungen für Verbesserungen für deinen Therapeutenalltag? Ich bin gespannt auf deine Impulse!